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Energiepreise:

Atomkraft macht Strom nicht billiger...



...sondern Konzernkassen voller...

Energiepreise

Atomkraft macht Strom billig, behauptet die Atomlobby. In der Tat: Mit abgeschriebenen und hoch subventionierten Atomkraftwerken lässt sich Strom billig erzeugen – für etwa 2,6 Cent pro Kilowattstunde. Doch dieser Strom kommt nicht günstig beim Kunden an! Denn er wird von den Atomkonzernen zu dem Preis verkauft, der sich an der Leipziger Strombörse aus Angebot und Nachfrage bildet. Den Verkaufspreis von derzeit etwa 7 bis 8 Cent bestimmen die Kraftwerke mit den höchsten Produktionskosten.

Die Differenz zwischen billig erzeugtem Atomstrom und Marktpreis füllt die Kassen der Konzerne. Die alten Reaktoren sind für die Unternehmen wahre Goldgruben. Deswegen fordern sie ihren Weiterbetrieb mit solch großer Vehemenz ein. Jedes Jahr, in dem die 17 deutschen Atomreaktoren weiterlaufen, bringt den Konzernen einen zusätzlichen Gewinn von fast 10 Milliarden Euro. Die Unternehmen wollen daher eine Verlängerung der Gesamtlaufzeit der Reaktoren durchsetzen – auf 50 bis 60 Jahre statt der im Atomkonsens vereinbarten etwa 35 Jahre.

Profite

...und Staatskassen leerer

Billig erzeugen lässt sich Atomstrom vor allem, da alle Steuerzahler ihn subventionieren. Innerhalb der letzten vier Jahrzehnte flossen etwa 100 Milliarden Euro öffentlicher Mittel als Subventionen in die Atomkraft. Ohne gigantische Finanzspritzen aus der Staatskasse wäre in Deutschland (und weltweit) kein einziges Atomkraftwerk ans Netz gegangen.

Einige Beispiele: 20 Milliarden Euro Subventionen gingen in Forschungsreaktoren, 9 Milliarden in gescheiterte Projekte wie die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf und den Schnellen Brüter Kalkar. 23 Milliarden Euro Steuermittel entgingen der öffentlichen Hand, da die Energiekonzerne Gewinne steuerfrei als Rückstellungen für die „Entsorgung“ von alten Reaktoren verbuchen durften. Zum Vergleich: In Windenergie investierte der Bund über das Stromeinspeisegesetz seit 1990 lediglich 190 Millionen Euro.

Weltweit gingen in den vergangenen 50 Jahren etwa 90 Prozent aller Forschungsmittel für Energie in die Atomkraft – obwohl sie nur 2,6 Prozent des globalen Bedarfs an Primärenergie bereitstellt.

Zudem: Die Öffentlichkeit und nicht die Konzerne müssen im Falle eines Super-GAUs auch für die finanziellen Schäden aufkommen. Auf fünf Billionen Euro beziffert das Bundeswirtschaftsministerium die Kosten eines Unfalls. Die Betreiber der AKWs haben nur Versicherungen in Höhe von gerade einmal 2,5 Milliarden Euro abgeschlossen.

Hintergründe zum Argument:

Frontal 21:
Atomstrom – Milliarden-Kosten für Steuerzahler
Jochen Stay:
Billiges Versprechen – Subventionierung der Atomenergie
Hermann Scheer, Blätter für deutsche und internationale Politik:
Atom-Renaissance
Bernward Janzing, taz:
Atomkraft - Nicht schon wieder!

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